Bühne frei!

Titus Müller





Ein Mann des Papiers, ein Mann der Worte: So sitzt er da, adrett und selbstbewusst, im Riebl-Wirt, eine der gastronomischen Kommandozentralen im Landshuter Kulturbetrieb. Titus Müller ist Autor, vor allem historischer Romane, und das liegt aus mindestens zweierlei Gründen auch nahe: zum einen hat er Geschichte studiert, zum anderen hat er, als Kind der DDR, am eigenen Leib gespürt, wie die Historie mit jedem einzelnen Individuum umzuspringen pflegt. Wie also er und seine Familie – Müller ist Pastorensohn – aus der Diktatur in die Freiheit gekommen sind.
Das Schreiben von Büchern ist ein Versuch, "im Grundrauschen vorzukommen". Und tatsächlich kommt Müller, – der der Liebe wegen nach Landshut gezogen ist, –darin recht vernehmbar vor. Er ist vor einigen Jahren "mit einem Kopfsprung in die Welle der Mittelalterromane getaucht" und hat sich mit seinen Büchern immer mehr dem 20. Jahrhundert angenähert. "Die letzte Spionin" spielt im Jahr 1961, es geht um das Ost-West-Ding und darum, dass Müller aus eigenem Erleben natürlich die ganze Anspannung und die seinerzeitige Zensur im Kopf im real existierenden Sozialismus hautnah miterlebt hat.
Überhaupt sei er in seinen Büchern "gar nicht so erfinderisch". Es gehe da eher um das Sortieren von Informationen, das Zusammenfügen und Weglassen, das An- und Zuordnen. Das gilt für seine Romane und seine erzählenden Sachbücher gleichermaßen: "Ich bin ein Sammler mit staunenden Augen." Der Impetus zu schreiben ist somit ein sehr naheliegender, natürlicher: "Wenn mich etwas berührt, will ich es teilen." Berührungen, denen man in seinen Büchern teilhaftig werden kann. Und als Autor lernt er nie aus: Besonders spannend sei es auf seinen Lesereisen, wie nämlich die Zuhörerschaft auf Plot und Figuren reagiert. Das nimmt er dann mit, der Sammler.

Text: Christian Muggenthaler
Foto: Silvia Johanus, Silms Productions

www.titusmueller.de

<< Zurück



Stadt Landshut

Neu Start Kultur

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Das Landshuter Kulturfestival wird im Programm KULTURSOMMER 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert.

Mit freundlicher Unterstützung durch