Bühne frei!

Lisbet Werner





Da ist dieser Betonmann in ihrer Werkstatt, ein Stadtmensch, der sich zusammensetzt aus Häusern, Türen, Fenstern und seine Hände zum Himmel hinaufhebt. Der ist aus Skizzen entstanden, sagt Lis Werner, und wäre auch größer vorstellbar, so sich das mal realisieren ließe. Ein Plan als Beispiel für das Sammelsurium von Ideen, die da im Atelier herumschwirren, aus- und einfliegen. In ihrer "Werkstatt Eden" sind Vielfalt und Einfallsreichtum, Lust an Inspiration und Produktion zu Hause. Und zugleich ist bei den Arbeiten der jungen Künstlerin immer zu sehen, wie intensiv Kunst und Handwerk miteinander verwoben sind. "Ich tüftel gern", sagt sie. Und: "Arbeiten bedeutet lernen."
Die Vielseitigkeit einer Künstlerin: Gerade arbeitet sie an einer Figur der Hildegard von Bingen, die aus dem Holz eines Apfelbaums entstehen wird. Das ist Lis Werner, die Bildhauerin. Aber es gibt auch Lis Werner, die Illustratorin, die gerade auch an einem Kinderbuch arbeitet. Von großer Feinheit, Zugewandtheit, Natürlichkeit sind diese Illustrationen. Gerade arbeitet sie daran, als Newcomerin bekannter zu werden, sich zu zeigen, vorzukommen, in Ausstellungen etwa: Hallo! Hier ist die Lis! Das wäre wünschenswert. Denn sie verbindet Tradition mit Kreativität. Warum eine Grenze ziehen zwischen Dingen des Alltags und Objekten der Kunst? Der Wiedereinzug der Ästhetik in den Alltag, diese Symbiose von Praxis und Schönheit: "Ich mag es, wenn die Dinge einen Nutzen haben." Ihr Gesellenstück – gelernt hat sie an der an der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei des Landkreises Berchtesgadener Land – war ein Leuchtobjekt.
So soll's aufwärts gehen, so steht sie vor dem Landshuter Salzstadel: Schließlich ist auch der ein Paradebeispiel für Kunst ohne Vitrinen: Ein altehrwürdiger Veranstaltungsort in einem historischen Bau. Kunst und Handwerk, beides unter einem Dach. Wie in der "Werkstatt Eden" von Lis Werner.

Text: Christian Muggenthaler
Foto: Silvia Johanus, Silms Productions

www.werkstatt-eden.de

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