Bühne frei!

Iris Maria Nitzl





Das Thema Müll habe sie immer schon beschäftigt, sagt Iris Maria Nitzl, die in Oberndorf bei Weihmichl aufgewachsen ist, in Wien zugleich Bildende Kunst und Gesang studiert hat. Und da auch schon mal mit frischer Farbe an den Fingern von der einen Universität zur anderen geeilt ist. Zu Hause in zwei Welten. Zugleich gab Wien vieles an Input zurück. Dass sie Künstlerin und nichts anderes werden würde, war ihr mit 14 Jahren schon klar: "Ich musste dazu eigentlich nur noch erwachsen werden." Jetzt ist sie erwachsen, als Künstlerin "automatisch freiberuflich", gibt Gesangsunterricht, hat Gesangsprojekte und Einzelausstellungen wie zuletzt im Landshuter Röcklturm unter dem Titel "Space debris". Da ging es um dieses Thema Müll, den der Mensch erzeugt und damit nicht nur die Erde und die Weltmeere verhunzt, sondern sogar den Orbit. Da oben touren 130 Millionen Teilchen Weltraumschrott, immer wieder kommt es zu Kollisionen mit den tausenden Satelliten.
Ein Thema für Nitzl, die diese Bewegungen im Weltall mit ihren Gemälden nachbildet, Himmel, Sonne, Sternschnuppen waren ja schon immer ihr Thema. Himmelskörper, die bunt werden. Kreise, Bögen, Explosionen, deren Kraft und Dynamik: Gerade malt sie an einem Bild von der Satellitensprengung der Russen. Kraftvoll und packend, zupackend sind diese Bilder, nur formal abstrakt, denn "wichtig ist mir, dass eine Aussage dahinter steckt". Weil die Weltverstümmelung durch Müll ihr weh tut. Deshalb auch die Plastik-Objekte, so etwa zusammengenähte Plastiktüten in der Form von Texas, weil die Müllstrudel in den Weltmeeren doppelt so groß sind wie dieser US-Bundesstaat. Auf dem Foto ist sie eingewickelt in eines dieser Plastikmüll-Objekte, ist hinaufmontiert auf das Dach des kleinen theaters, das wie sie Weltthemen künstlerisch, farbig, kräftig umsetzt. Ohne Botschaft ist Kunst schließlich nichts.

Text: Christian Muggenthaler
Foto: Silvia Johanus, Silms Productions

www.irismarianitzl.net

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